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Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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waren. Sie hatten aus dankbarer Achtung für den Fürſten zu Ehren dieſes Tages, dem Stand⸗ bild des Heiligen, der ihnen durch ſeine Abkunft berufsverwandt war, eine ſeidne meergrüne Fahne, worauf ein gutgemeynter aber mißglück⸗ ter Segenswunſch zu leſen, in den Arm gegeben und ſelbige windkundig gerichtet. Ein ſanfter Aeol blies aus Oſten, die abgeweheten Blätter blitzten wie goldne Funken in den Lüften, und der canoniſche Fahnenjunker ſalutirte unaufhör⸗ lich gegen das Schloß.

In einer der anſehnlichſten Privatwohnun⸗ gen, dem Hauſe der verwittweten Generalinn, Gräfinn Dohna, ſaß dieſe Dame und wand feine ſpaniſche Wolle von einer kleinen Winde, die aus Ebenholz geformt mit Elfenbein und Perl⸗ mutter ausgelegt war. Würde umſchwebte die alte ſtille Geſtalt, welche zurückgebogen in einen Armſeſſel, deſſen Lehne mit kleinen vergoldeten Engelsköpfen geziert war, ſchon von den Genien der Ewigkeit getragen ſchien. Die vornehme ſchneebleiche Hand, glänzend in der weißeſten Zärte und im einfachen Schmuck eines Siegelrin⸗