Teil eines Werkes 
3. Bd. (1836)
Entstehung
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ſen ihrem Leben zugemiſcht hatte. Es war eis jammervoller Anblick, dieſe Zertruͤmmerung von Schoͤnheit und Talent, von allem, was uns in der menſchlichen Natur groß und ruhmwuͤr⸗ dig erſcheint, mit anzuſehen.

Der Meinung des Arztes zufolge war ſie durch einen Blumenſtrauß vergiftet, den man ihr auf einem Maskenballe uͤberreichte; ſo mindeſtens wurde geſagt; aber deutlich zeigte ſich's, wie wenig man ſie bedauerte, wie We⸗ nige nur noch, an die einſt angebetete Koͤnigin der Liebe und Schoͤnheit dachten. Wenn vor ſechs Monden ihr der Finger nur geſchmerzt haͤtte, welche Schwaͤrme von Speichelleckern wuͤrden da ihre Thuͤre belagert haben!

Die Franzoͤſiſchen Prieſter fanden ſie nicht zu beruhigen, beſprengten den Fußboden mit Weihwaßer und entfernten ſich. Ihnen folgten die Aerzte, doch nicht, bis daß alle Hoffnung verloren war. Immer noch kaͤmpfte ſie mit dem Tode, ſprach alles, nur kein Wort des Gebetes, keines der Segnung.

Pater Frank blieb; er bedachte, daß ſie die

Verwandte ſeines theuerſten Freundes ſey, und

inbruͤnſtig erflehte er vom Allmaͤchtigen, die