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eingefuͤhrte Schmeichelei fuͤr die Koͤnigin mit zu machen, und hatte den Hof dadurch auf das furchtbarſte beleidigt. Man ſprach ſich leiſe in's Ohr, von ihrem Ehrgeize, ihrer Verſchwen⸗ dung, ihrem Eigenſinne; nur des Kardinals Anhaͤnglichkeit ſchuͤzte ſie davor, daß die tu⸗ gendhaften Pariſer, ihr Betragen nicht mit der Bezeichnung„zu arg“ belegten.
Als dieſe eitle, ſuͤndhafte Frau den Pater Frank wiederum zu ſich beſchied, war er an⸗ fangs unſchluͤßig; doch bald beſtimmte er ſich, zog ſeine Kappe uͤber das geſchorene Haupt und begab ſich zum Portal des prachtvollen Hotels.
Der Neger, unveraͤndert in ſeinem koſtbaren Anzuge, oͤffnete; doch die andern Livreediener waren nicht zugegen, wie das erſtemal; die Wenigen, welche er ſah, verriethen durch ihre Mienen Schmerz und Verwirrung. Die Lam⸗ pen waren nicht angezuͤndet, die Gemaͤcher nicht geordnet, das Zimmer, in welchem der Prieſter fruͤher glaͤnzende Geſellſchaft angetrof⸗ fen hatte, ſtand veroͤdet. Ein weinendes Maͤd⸗ chen,— die einzige vom Hausgeſinde, die


