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Die Circe ſtampfte mit dem Fuße, klingelte mit ihrer ſilbernen Glocke, erſtaunt uͤber die Kraft eines anſcheinend ſo milden und ſanften Mannes, auch in der Hoffnung getaͤuſcht, die ihr vorſpiegelte, er wuͤrde ihren Entwuͤrfen ſich fuͤgen. Der Page erſchien, und ohne ein Wort zu ſagen, verließ der Prieſter ihr Zimmer.— Ha! wie ſchwer iſt die Erfuͤllung ehrſuͤchtiger Hoffnungen! Das ſtolze Weib war ſo tief gedemuͤthigt, durch das Mißlingen ihrer Ab⸗ ſicht, dem Gemuͤthe des einfachen Prieſters den Glauben aufzudringen, daß ſie allmaͤchtig und durchaus gluͤcklich ſey, als haͤtte ſie ein Dia⸗ dem verloren.
Wenige Monate ſpaͤter empfing Pater Frank Nachts, eine zweite Botſchaft von der ehrſuͤchti⸗ gen Graͤfin. Er hatte ſie im Garten der Tui⸗ lerien vor ganz kurzer Zeit geſehen, und ihn duͤnkte, ihre ſtrahlende Schoͤnheit verwelke. Sie ſchien angegriffen und tief bekuͤmmert. Sorg⸗ licher war ſie gekleidet, als ſonſt, ein groͤßerer Dienerſchwarm umgab ſie. Doch ſeit einiger Zeit hatte man von einer neuen Saͤngerin ge⸗ ſprochen.— Die ſtolze Graͤfin hatte es unter ihrer Wuͤrde geachtet, eine am Hofe allgemein


