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Bruder yn⸗ wenn's Dir gefaͤllt— idas uͤberlaße ich Deiner Einſicht!“
Das war im Grunde ein albernes Wort vom alten Herrn, denn Einſicht und Liebe ſind nicht vereinigt.— Sydney's Herz war im
Sturm erobert, doch durch die Tugend, Be⸗ ſcheidenheit und Vernunft ſeiner Geliebten be⸗ wahrt. Er bewunderte die Schoͤnheit der aͤu⸗ ßern Erſcheinung, mehr aber den Diamant im Innern. Des Vaters Wort reichte hin, ihn
eilig aus dem Buͤcherzimmer zu Roſalindens Gemache zu treiben. Er klopfte,— keine Ant⸗ wort;— noch einmal;— alles war ſtill. Als er ſich von der Thuͤr abwandte, bemerkte er gar nicht, daß eine weinende Magd an der Treppe ſtand.
Er flog zu einem andern kleinen Gemgche,
welches ſie liebte; ihr Inſtrument ſtand geoͤff⸗ net, Noten lagen umher, Duette, welche er an dieſem Morgen von ihr und Margrete hatte ſingen hoͤren. Margretens Zeichnungen— ein Talent, welches dieſe im hoͤchſt ausgebilde ten Grade beſaß— lagen auf dem Tiſche; ein
Taſchentuch, an welchem er Roſalinde hatte
ſticken ſehen, war zur Erde gefallen. Ohne zu wißen weshalb, hob er es eilig auf und ſteckte


