Teil eines Werkes 
3. Bd. (1836)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

74

mal! Ehrſuchtig war ich nie, Sir, doch fuͤrchte ich, daß ich zu ſtolz geweſen bin!— Vielleicht bin ich eines Bauern Kind; und waͤre das, ſo iſt's immer beßer, als unechtgeboren zu ſeyn.“

„Ja, Stolz, Stolz!“ ſprach der Geaͤchtete zu ſich ſelber,„der iſt die Suͤnde, welche En⸗ gel fallen und Teufel triumphiren machte!“

Roſalinde dankte ihrem Freunde fuͤr die Theilnahme, welche er an ihrem ſeltſamen Schickſale bewieſen, und entſchuldigte die Un⸗ ruhe, welche ſie ihm verurſacht habe; auch gab ſie das Verſprechen, bei ihrer naͤchſten Zuſam⸗ menkunft mit ihm, Sir Everard's Weiſung zu erfuͤllen, ihm vorzuſprechen und zu ſingen, um ſeine Einſamkeit zu erheitern.

Kaum konnte ſie in Sir Everard's Hauſe zuruͤck ſeyn, als dieſer wuͤrdige alte Mann, zu ſeinem gewohnten Beſuche bei ſeinem Freunde ausging. Etwas Außerordentlicheres, als die Freundſchaft, welche zwiſchen dieſen beiden,

durchaus verſchiedenen Maͤnnern beſtand, laͤßt

ſich nicht denken. In allen ihren Gefuͤhlen und⸗ Geſchmacksſachen, welche Herzen mit einander verbinden und Gemuͤther zuſammen ketten/ widerſtrebten ſie einander foͤrmlich;— der ru⸗