Teil eines Werkes 
3. Bd. (1836)
Entstehung
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Wahrheit von ihr erflehen. Gewiß wird ſie mein Elend ſo nicht anſehen koͤnnen, denn jezt uͤberſteigt es alle Graͤnzen;— die ſtolze Lady

Spydney, die meine Abhaͤngigkeit mir oft ſo druͤckend fuͤhlen ließ, wie wird ſie triumphiren, wenn ſie nun erfaͤhrt, daß ich wirklich die Be⸗ truͤgerin bin, welche ich ſeyn ſollte, wie ſie Sir Everard ſo oft verſicherte, ohne daß ich damals des Wortes Meinung kannte.“

„Armes Kind! armes Kind!“ wiederholte der alte Mann mit freundlicher Guͤte;„armes, armes Kind! es iſt wirklich merkwürdig anzu⸗ ſehen, wie gewaltſam des Herzens erſte Kaͤm⸗ pfe im Ungluͤcke ſind; wie es gegen Kummer und Elend anarbeitet; wie es Krieg fuͤhrt ge⸗ gen Verzweiflung und Jammer; wie kraftvoll ſeine Anſtrengungen im Streite und zum Ueber⸗

winden ſind; aber dennoch iſt das Elend uͤber⸗

wiegend; ja, mein junges Maͤdchen, das Elend ſſt uͤberwaͤltigend,— ſchon durch den erſten Athemzug, den wir auf dieſer Welt einhau⸗ chen, ziehen wir es tief in unſer Herz;— freilich nur ein kleines, kleines Saamenkorn, aber es waͤchſt und waͤchſt, rankt und um⸗ ſchlingt, bis es das arme Herz zerknittert; und dann,— ja dann ſterben wir!— Weine