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geben. Die Rache iſt mein, ich will besgilerie
ſpricht der Herr!“ Auf Roſalindens Lippen ſchwebte die Ant⸗
wort, daß der Text fortfuͤhre:„hungert Dei⸗
nem Feinde, ſo ſpeiſe ihn;“ doch ſie empfand jene zarte, anſtaͤndige Scheu, welche eine der glaͤnzendſten Zierden des Weibes iſt. Deshalb
ſchwieg ſie, vermogte jedoch nicht lange ihre aufgeregten Gefuͤhle zuruͤckzuhalten; ſie noͤthigte den ſonderbaren Mann, ihr noch einmal alle die Thatſachen zu wiederholen, welche zu dem
Schluße fuͤhrten, daß ſie nicht Sir Everards
Nichte ſey, dann rang ſie ihre Haͤnde in toͤdt⸗ licher Angſt und rief aus:
„Ol wuͤßte ich nur, wer ich eigentlich bin! Mein Oheim! mein guͤtiger Oheim Sydney! alſo bin ich eine Betruͤgerin geweſen, eine Falſche, die von ſeiner Guͤte lebte, ohne nur den geringen Anſpruch zu beſizen, den ich zu haben glaubte.— Wie ſoll ich ihm das ſagen! — wie ihm mittheilen, daß ich von ſeinem Blute nicht abſtamme; ich bin nicht ſeine Nichte— ſeine liebe Roſalinde, bin eine Fal⸗ ſche— eine ſchmaͤlige Betruͤgerin! O mein Gott! mein Herz bricht, dieſe Ungewißheit iſt unertraͤglich. Ich will Alice aufſuchen, will die


