Sie hoͤrte das Zumachen der Hausthuͤr und blickte vom Balkon hinab auf die Straße, um zu ſehen, in welcher Richtung das Maͤdchen ſeinen Weg fortſeze; mit ſchmerzlich gedemuͤ⸗ thigten Gefuͤhlen mußte ſie anſehen, wie alle Begegnende ſich umwandten, um der Dame nachzuſchauen, deren ſchoͤne Geſtalt von den reichen Falten ihrer ſchwellenden Mantille nicht
verhuͤllt werden konnte; doch war Roſalindens
Schritt nicht mehr wie ſonſt, von Gluͤckſeligkeit getragen, leicht und jugendlich uͤber den Boden hinfliegend.— Am meiſten ſtaunte Margrete daruͤber, daß ſie, die immer ſo ſchuͤchtern ge⸗ weſen, jezt allein und ohne Begleitung zur hohen Mittagsſtunde ausging, in welcher Fremde und Hoͤflinge, Soldaten und Geſchaͤftsleute die Straßen fuͤllten, mit einem Treiben und einem draͤngenden Eifer, der einen muthvolleren und erfahreneren Wanderer, als ſie war, haͤtte in Schreck und Verwirrung ſezen koͤnnen.
„Ich wollte, ſie kehrte nimmer zuruͤck!“ murmelte Margrete, als ſie mit wuͤrdevoller Miene vom Balkone zuruͤcktrat, um ſich dem
Angaffen einiger Offiziere zu entziehen, die in
der Naͤhe von Whitehall muͤßiggaͤngerten. Im naͤchſten Augenblicke ſprach ſie ſchon mit dem


