47
nicht beſprochen, Sie nicht um Ihren Rath gebeten habe, iſt,— weil ich fuͤrchtete— mir einbil⸗ dete, daß Sie wenig Theilnahme an meinem Ergehen empfaͤnden; dennoch beſchloß ich im Nachdenken der lezten Stunde, Ihnen,— das einzige,— das große Geheimniß meines Le⸗ bens anzuvertrauen.“
Baſil riß das Fenſter auf, denn Roſalin⸗ dens Aufregung war ſo gewaltig, daß ihre Lippen heftig behten und ſie kaum im Stande war, die Worte vorzubringen.
„Meine geliebte Roſalinde!“ rief er aus und umfaßte ſie zaͤrtlich,„meine liebſte Muhme!“
„Muhme!“ wiederholte ſie,„ach! wenn Sie mich dieſes Namens unwerth wuͤßten,— dann moͤgten Sie mich vielleicht von ſich ſtoßen, Baſil.— Nur dies eine verſprechen Sie mir, daß was ich Ihnen auch ſagen werde, Sie es heilig bewahren wollen.“
„Miſtreß Pepys!“ unterbrach ſie ein Diener die Thuͤr oͤffnend, und bevor Roſalinde ſich noch genugſam ſammeln konnte, um die Dame zu empfangen, war dieſer weibliche Hofkalender ſchon bis in die Mitte des Zimmers gekommen. In einer Stunde war nun fuͤr Roſalinde nicht daran zu denken, ihr Geſpraͤch mit Baſil fort⸗


