Teil eines Werkes 
1. Bd. (1836)
Entstehung
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nen Tagen ſehr wenig fuͤr die Frauen; aber die Natur that mehr fuͤr ein Geſchlecht, welches dieſer ſtets am meiſten verdanken muß. Heu⸗ tiges Tages wird der Peſthauch irdiſchen Wißens dem Buſen der Taube eingefloͤßt, bevor noch ihre Schwingen der Freiheit Freu⸗ den gekannt haben.

Roſalinde war voll und ſchoͤn gebaut, ihr Koͤrper zeigte zugleich Gracie und Wuͤrde, ihre ſanfte aber helle Stimme, toͤnte im Ein⸗ klange mit den Melodien der Baͤume und Ge⸗ buͤſche an einem Maimorgen, mit nichts Anderm vermag ich die Froͤhlichkeit ihrer ſuͤßen, ausdruckvollen Toͤne zu vergleichen. 4

Ey, liebſter Onkel, Sie glaubten nicht, daß ich ſchon wach, noch weniger, daß ich gekleidet waͤre? fragte ſie, waͤhrend ſie ihr Haar von den Schultern ſammelte und in ein gruͤn und goldenes Nez verſchloß,ich hatte mir aber vorgeſezt das Neſt vom Eisvogel mit Ihnen auszunehmen; Ralph, der gute Ralph, hat mir das Geheimniß verrathen. Stehn Sie nicht laͤnger auf dem feuchten Graſe, mein Onkel, nur hin zum See. Ich weiß den Ort recht gut, unter der Weide da, am Ende von der Stelle, die ich Lilienſtrom getauft