— 37— auf, die Lampe auszulöſchen.„Laß, laß,“ fuhr ſie ſchwächer fort,„ſie hat meiner letzten Nacht geleuchtet, ſie wird mit mir erlöſchen!“ Die lie⸗ bevolle Tochter wendete ſich ab, ihre Thränen zu verbergen. Aber wann entging die Bewegung ei⸗ nes theuern Kindes dem müttexlichen Auge?„Ach! meine muthige Konſtanze weint! Sie, dachte ich, würde wenigſtens mir dieſe Prüfung erſparen! Verlaß uns einen Augenblick; laß mich Dich nicht weinen ſehen; Konſtanze, laß es mich nicht ſehen — Thränen genug ſind in dieſer Halle gefloſſen — klage nicht, meine Tochter, daß Deine Mut⸗ ter endlich Ruhe finden wird.“
Lady Cecil hatte ihrem Gatten in den Augen⸗ blicken, die ihr noch zu leben vergönnt waren, vieles zu ſagen, aber ihr Athem wurde ſo ſchwach, daß er ſich genöthigt ſah, ſich über das Bett zu beugen, um ihre Worte aufzufangen.
„Wir ſcheiden, mein theurer, einzig geliebter Gatte, wir ſcheiden auf immer für dieſe Welt; gerne möchte ich noch etwas weilen, um Dir ſa⸗ gen zu können, wie ſehr ich Dich geliebt habe — in unſerem niedern Stande— in dieſem! oh, wie falſch wendete ſich das Glück. Mein Herz hat Deine Gefühle getheilt. In unſeren letzten bittern Prüfungen war mein größter Kum⸗ mer, Dich leiden zu ſehen, O Robert! Robert!


