Auszeichnung, die er um den Preis des Ge⸗ wiſſens leicht erkauft hielt, lieber geopfert, als die gute Meinung, die vertrauende Liebe ſeines einzigen Kindes verloren haben. Blickte er doch jetzt ſogar, wo Kummer ihren hohen Geiſt beug⸗ te, mit einer Zärtlichkeit auf ſie, die nicht frei von Beſorgniß war, wie ſie vor ihm ſtand, die dicken Falten ihres Kleides zu den Füßen herabrollend, das ſchöne Haar von der Stirne zurückg eſtrichen und nachläßig um den Kopf ge⸗ wunden, jeder Zug von tiefer Angſt ergriffen, während ſie, überzeugt, daß die Kranke ſchlief, ihm Worte der Hoffnung und des Troſtes in das Ohr flüſterte.
Lady Cecil hatte einige Tage lang in ſo fürch⸗ terlichem Fieber gelegen, ſo laut, ſo ununter⸗ brochen phantaſirt, daß ihre jetzige Ruhe Allen, die ſie liebten, ein Glück dagegen ſchien. Kon⸗ ſtanze kniete nieder und betete lang und innig um Hülfe. Sir Robert lehnte ſich in ſeinen reich⸗ beſetzten Seſſel zurück und bedeckte das Geſicht mit beiden Händen, die er nur fallen ließ, wenn die Kranke ſtöhnte oder ſchwer athmete. Zuletzt lag die arme Leidende ganz ruhig, faſt bewegungs⸗ los; Vater und Tochter fühlten, daß der Tod in das Zimmer getreten ſey, ſie blickten bald ſich an, bald auf das Schmerzenslager, bis das


