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„Der Himmel hat meine Schuld an Dir gerächt, Agathe!“ ſprach Sigismund zu ſich ſelbſt.„Vor 24 Stunden wär' ich mit dieſem Blatt zu ihren Füßen, frei, ſelig, niedergeſunken; jezt. iſt Alles, was ich ihr fagen möge, nur eine matte Entſchuldigung.“
Ignaz ſchickte ſeinen Sekundanten zu ihm. Sigismund erklärte ſich mit Allem zufrieden: das Duell ſollte auf Piſto⸗ len ſein, und in der Frühe des nächſten Morgens auf der mecklenburgiſchen Grenze ſtattfinden. Ignaz ſelbſt wollte zu Tosca; ſie ließ ihm ſagen, ſie könne ihn nicht ſehen. Sie war zermalmt. Sigismunds unerhörte Falſchheit ätzte ſich in ihr Herz, wie nach einer Sage Gift den Diamanten zer⸗ freſſen ſoll. Dazwiſchen tauchte, wie bei einem Fieberkranken die Beſtnnung, ſo bei ihr die Zuverſicht auf, daß es ſich an⸗ ders verhalten könne, müſſe. Aber weshalb ſprach er nicht, als es Noth that! weshalb ſprach er nicht! er konnte ſich nicht entſchuldigen!— wiederholte ſie wol tauſend Mal, während ſie mit jener qualvollen Raſtloſigkeit, welche immer das Unbehagen der Seele zu begleiten pflegt, auf und ab in ihrem Zimmer ging.
Als ihre Kammerfrau mit zwei Briefen eintrat, entſetzte ſte ſich dermaßen, daß ſie halbohnmächtig ins Sopha fiel: ſie erkannte auf dem einen Sigismunds Schrift. Sie dachte, ob es nicht beſſer ſei, ihn uneröfnet zurückzuſenden. Aber, beſſer oder nicht, zu dieſem Grad von Heroismus hat es noch nie ein liebendes Herz gebracht. Schriftzüge der geliebten Hand ſind magiſche Zeichen, welche zu uns in andrer Sprache reden, als die, womit man gewöhnlich zu reden pflegt. Und dann: indem unſer Blick auf ihnen ruht, hat er die Wirkung, welche das Feuer auf ſympathetiſche Dinte hat: unſichtbare
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