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Worte kommen zum Vorſchein. Als Tosca ihre Adreſſe auf dem Brief las, kam ihr Name ihr geadelt und verklärt vor. „Ach! heiße ich denn wirklich ſo prächtig?“ fragte ſie ſich zweifelhaft. Und es war doch nur der Name, den ſie ihr ganzes Leben hindurch getragen hatte. Sie vergaß Alles: Schmerz, Zorn, Kraͤnkung. Sie erbrach den Umſchlag. Zwei andre Briefe fielen heraus; der eine, von Sigismund an Agathe, den er ihr nach ſeiner Rückkehr von Magdeburg ge⸗ ſchrieben und nicht geſendet hatte; der andre, den er heute von Agathen empfangen. Von ihm an ſie— keine Zeile, kein Wort; weder Entſchuldigung noch Bitte; nichts! Tosca las die Briefe, verglich das Datum, dachte nach, an welchem Tag Sigismund geſchrieben, und das Eine, das eine Noth⸗ wendige wurde ihr klar: Sigismund liebte ſie! mogte er Agathe gekränkt, mogte er unbeſonnen und leichtſinnig ge⸗ handelt haben— ſie durfte es ihm nicht vorwerfen, denn unter dem Einfluß ſeiner Liebe zu ihr, und einer damals auf jede Weiſe hofnungsloſen Liebe, hatte er geſtanden.„O, er liebt mich.. er liebt mich doch! nur mich!“ rief ſie; und die Thränen, welche bis daher vom bittern Schmerz erſtarrt, wie Eis in ihrer Bruſt gelegen hatten, brachen hervor und er⸗ quickten ſie, wie ein Frühlingsregenſchauer nach einem be⸗ klemmenden Gewitter. Sie las die Briefe unzählige Mal. Abwechſelnd jauchzte ſie, dankte Gott, und weinte wieder. „Aber ich liebe ihn wol zu ſehr?“ fragte ſie ſich plötzlich, und der andre Brief ſiel ihr in die Augen. Er war von Ignaz. Sie erbrach ihn mit einem Gefühl, als ob eine Natter über ihre Hand gleite.„Heimtückiſcher Menſch!“ murmelte ſie. Sie wurde ſtarr vor Entſetzen, nachdem ſie den Brief geleſen. Sie ſchrie nach Ignaz. In der Viertel⸗


