Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Zeichen, daß Sie ſich weder auf Spitzbuben, noch auf Bettler

gefaßt machen.

Aber ich muß doch frühſtücken, ſchöne Tante! Sie wer⸗ den mir doch nicht zumuthen, dieſe enorme Promenade zur Venus von Milo in der Morgenkälte nüchtern zu machen? rief Ignaz, und begann an ſeinen Knöpfen zu zählen:Soll ich ſoll ich nicht

Sie ſollen! unterbrach ihn Tosca;ich übernehme den Ausſpruch des Schickſals.

Sie haben es gewollt... ich werde gehorchen, ſprach Ignaz.

Er hatte bei Meinhard ganz genau zugehört, wie Friedrich erzählte, nachdem Sigismund fortgegangen, daß und mit wem ſein Schwager verlobt, und daß die Hochzeit ganz nah ſei. Kein Wort war ihm entfallen. Sein Herz ſchlug hoch auf vor Freude. Es war nicht ſeine Gewohnheit, in irgend einer Angelegenheit ehrlich zu Werk zu gehen. Darum fiel es ihm nicht ein, dieſe Nachricht an Tosca, wie eine Neuigkeit etwa, zu erzählen. Er wollte ſie ängſtigen; durch die Heimlichkeit, die immer noch eine gewiſſe Unſicherheit zuließ, abquälen; gegen Sigismund erbittern; darum erfand er Brief und Rendezvous. Und dann war es möglich, ja wahrſcheinlich, daß Sigismund die anonymen Beſchuldigungen leugnen würde; und that er das: ſo wollte Ignaz ſchließlich Friedrichs Namen nennen. Dann hatte er ſich an Sigismund gerächt, und Tosca geſtraft; dann hofte er die Gewalt wieder über ſie zu gewinnen, die er unleugbar nur verloren hatte, ſeitdem Sigismund in ihrer Nähe lebte; und dann gab ſie ihm viel⸗ leicht in Zorn und Schmerz ihre Hand und ſomit das halbe Vermögen, welches doch immer beſſer war, als nichts.