Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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den Schützling zu thun. Die Menſchen mit großen Gaben würden ja die ganze Welt an ſich reißen, verbrauchen, beherr⸗ ſchen, zernichten, wenn ſie auch noch Glück hätten! nein, Gott ſorgt auch für ſeinen Mittelſchlag.

Nennen Sie die Reichbegabten weniger ſein? fragte Sigismund lächelnd.

Ach, ſagte Tosca,ſie ſind es vielleicht mehr. Jede Gabe iſt ja eine Gnade.

Mein Bruder hat nicht nur kein Glück, fuhr Sigis⸗ mund fort,ſondern ein entſchiedenes und beängſtigendes Unglück. Er hatte eine große Liebe und die Liebſte ſtarb, als nach fünf Jahren ihre Eltern endlich ihre Einwilligung gaben. Er hatte ein Duel, und ſein Gegner fiel. Er flößte einem jungen Mädchen niedrigen Standes, als er in Folge dieſes Duels auf der Feſtung ſaß, ohne es zu wollen, ja, ohne eine Ahnung davon zu haben, eine ſo heftige Leiden⸗ ſchaft ein, daß ſie geiſteskrank ward und noch iſt

Gott behüte mich vor dem unheimlichen Menſchen! rief Tosca.Lieſ't man ſolche Schickſale in Romanen, ſo meint man, der Autor habe ſie ſich hinter ſeinem Schreibtiſch zuſammen gedacht.

Es iſt doch traurige Wirklichkeit bei meinem armen Bruder, entgegnete Sigismund.

Nur das Eine muß ich bezweifeln, ſagte ſie,daß Ihr Bruder keine Ahnung von jener Leidenſchaft des armen Mäd⸗ chens gehabt haben ſoll. Solche Ahnung haben Männer.... nein! ich will ehrlich ſein! hat man immer..

Wie konnte er! er hat ſie nie geſprochen.... kaum geſe⸗ hen. Wenn auch das Wort überflüſſig iſt der Blick iſt es nicht. Das Mädchen war die Tochter des Thorſchreibers.