Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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ſtäubchen gedrückt worden iſt, ſagte Sigismund. Sein Herz war ſchwer. Die ungelöſ'te Verbindung mit Agathen zer⸗ marterte ihn. Während er vor der Welt noch ihr Verlobter war, während ſie ihm Grüße ſchickte wie einem Geliebten hatte er ſich mit Herz und Hand einer Andern anverlobt. Gern hätte er keine fernere Rückſicht auf ihre Bitte genom⸗ men, und ihr geſchrieben; allein ſein Brief, der noch immer verſiegelt im Schreibtiſch lag, und der vor drei Wochen die Wahrheit ſagte war jezt nicht mehr wahr! Er konnte nicht mehr ſagen:weiter nichts; denn eine Zukunft, reich, voll, glänzend wie das Paradies, hatte ſich ihm erſchloſſen, und Tosca ſtand in deſſen Mitte und winkte ihn zu ſich hinein. Er liebte, und Liebe macht das Herz zart und empfindlich, auch für Andere; daher fühlte er, daß jener Brief Agathe wol ſehr traurig gemacht hätte; daß es aber eine unerhörte Krän⸗ kung für ſie ſein würde, wenn er heute die volle Wahrheit ſchriebe. Und ſo entſchloß er ſich denn, immer wieder auf Agathens Beſchluß zu warten, und die quälende Pein, die er bis dahin leiden mußte, als eine Buße für den etwaigen Leichtſinn, den er ſich bei ſeiner Verlobung zu Schulden hatte kommen laſſen, hinzunehmen. Daß Agathe ihm nicht ſein Wort zurückgeben werde, fiel ihm nicht ein: ſo gänzlich und durch und durch fühlte er ſich von ihr abgelöſ't, auch wenn er nicht, wie jezt, ſich Tosca gegenüber befand.

Tosca kannte nicht die Qualen eines zerſpalteten Herzens; ihr Geſchick hatte ſie anders geführt. Ja, ſie kannte nicht einmal ein großes Leid, denn jener eine frühe Schmerz ihrer Jugend, der wie das Hyadengeſtirn trübe an ihrem Horizont geſtanden hatte, war untergegangen, ſeitdem ſie jezt Sigis⸗

mund kennen gelernt; und ihre gegenwärtige Trauer um