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„Ignaz hat mir geſtanden,“ ſagte Tosca ein wenig ver⸗ legen,„daß ſeine Mutter ſehr... ja, ganz außerordentlich an Geld und Gut hange; da würde ſie vielleicht doch nicht damit zufrieden ſein.“
„Es wäre doch des Verſuches werth, gnädigſte Frau. Ich geſtehe Ihnen, ich zweifle nicht an friedlicher Ausglei⸗ chung.“
„Und das wäre vielleicht ein Mittel, um ſie mit ihrem Sohn zu verſöhnen!“ rief Tosca lebhaft.
„Iſt ſie mit ihm entzweit?“ fragte Sigismund.
„Ja,“ ſagte Tosca, vertrauenvoll nacherzählend, was Ignaz ihr vorerzählt hatte;—„weil ſie mit ihrem Bruder geſpannt war, ſo mißbilligte fie es, daß Ignaz zu uns kam, und hat ihn in den ganzen drei Jahren nicht ſehen wollen. Da ſie aber ſo am irdiſchen Gut hangen ſoll, ſo mein ich, wird ſte ihm ſeinen Ungehorſam verzeihen, wenn ſie einſteht, daß ſie ihm das erſehnte Vermögen verdankt. Dann, welch' eine Freude für Ignaz!“
Sigismund dachte auf der Stelle, daß Ignaz, wenn er wirklich nicht im guten Vernehmen mit ſeiner Mutter lebe, wol im Stande ſein könne, die Erbſchaft für ſich allein zu wünſchen und.. zu behalten. Eingedenk der eilf Geſchwiſter, welche ihn damals in Toscas Mund ſo heftig erſchreckt hat⸗ ten, beſtärkte er Tosca in ihrer Anſicht, die Erbſchaft mit Gräfin Adlercron und nicht mit ihrem Sohn zu theilen, weil ſie die natürliche Erbin des Generals ſei. An der Freude, welche Ignaz nach Toscas Meinung empfinden würde, zwei⸗ felte Sigismund heimlich; aber er ſprach den Zweifel nicht aus. Möge ſie ihn immerhin für gut und redlich halten,


