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Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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— 192—

dachte er, ſobald Ignaz dies Vertrauen nicht mißbrauchen kann, ſo ſchadet es ihr nichts.

Tosca bat Sigismund ihr einen verſtändigen und zuver⸗ läſſigen Mann zuzuführen, dem ſie dieſe Angelegenheit über⸗ tragen könne. Er verſprach es. Dann wechſelten ſie noch ein Paar Worte über ihr Befinden, und Sigismund ging ernſt und gelaſſen, wie er gekommen war, und ebenſo blickte Tosca ihm nach; aber Beiden war zu Muth, als hätten ſie ein neues Leben angetreten.

Tosca war ein Paar Tage hindurch nicht wol. Der Rückſchlag der heftigen Emotionen machte ſich durch nervöſe Abſpannung fühlbar. Sie litt nichts Beſtimmtes, aber ſie fühlte ſich durch und durch leidend, wie das zart organiſirten Perſonen geht, welche nicht an ſchmerzlich aufregende Er⸗ ſchütterungen gewöhnt ſind. Sie ſah Ignaz alle Tage auf kurze Zeit, und Sigismund gar nicht. Daraus ſchöpfte Ignaz Hofnung, und als ſie ſich eines Abends beſſer befand, ſprach er ihr ſein Entzücken darüber ſo lebhaft aus, daß er ſich dafür einen kleinen Vorwurf von ihr zuzog.

„Wie kann ich anders!“ rief er, und kniete neben dem Sopha nieder, auf dem ſie lag;„Sie wiſſen ja, daß mein Herz voll von Ihnen iſt.“

„Ja, nebenher!“ ſagte Tosca lächelnd.

„Sie haben mich nie verſtehen wollen, immer den Aus⸗ bruch des Gefühls in mich zurückgedrängt,“ ſprach er mit niedergeſchlagenem Ton.„Früher mogten Sie Gründe haben, die ich ehrte; doch jezt martern Sie mich nicht länger— es wäre eine ganz nutzloſe Grauſamkeit. Ich liebe Sie, Tosca,“ fuhr er lebhaft fort, ohne ſich von ihr unterbrechen zu laſſen; „ich habe Sie geliebt, drei Jahr an Ihrer Seite, täglich,