Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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folgen, von denen ich nicht die geringſte Erinnerung habe, alſo vielleicht zwei oder drei Jahre alt. Es war in Remplin und ein großer Maskenball, und ich armes kleines Geſchöpf dazwiſchen! Wie ich dahin gekommen, ob man mir einen Spaß machen wollte, ob ich ſelbſt dahin verlangte ich weiß es nicht! Aber ich war da, zwiſchen den unheimlichen, fabel⸗ haften, vermummten Geſtalten, mit Geſichtern ohne Augen, zwiſchen der Muſtk, dem Gewühl, den Lichtern, dem konfuſen Tumult ſolchen Feſtes. Ich war halbtodt vor Angſt; ich weinte, zuletzt ſchrie ich Zeter; da wurd' ich denn fortgebracht. Und dann war ein Feuerwerk auf der großen Pelouſe hinter dem Schloß, und mein Vater, der mich abhärten und meine Nerven ſtählen wollte, beſtand darauf, daß ich es anſehen ſollte. Nun war aber dies große, wilde, grelle Feuer, und die Detonation der Schwärmer und Raketen, und die Men⸗ ſchenmaſſe bald flammend beleuchtet, bald ſchwarz und finſter, und wieder dieſer Tumult etwas ſo Grauenvolles für mich, daß ich wieder in unerhörtes Geſchrei ausbrach. Da aber mein Vater wollte, daß ich bleiben ſollte, ſo blieb ich, und ertrug bis zum letzten Augenblicke die Marter eines Feſtes, das wahrſcheinlich allen übrigen Anweſenden großes Vergnü⸗ gen machte. Mein Gott, das iſt ein halbes Menſchenleben her! Doch ich glaube, daß meine traurige Scheu vor Allem, was Lärm und Tumult, ſogar der eines Feſtes und des Ver⸗ gnügens iſt, ſich von jenem entſetzenvollen Moment herſchreibt; und daß der Eindruck, welchen die Maskenball⸗Geſellſchaft auf mich machte, mich durch mein ganzes Leben in der Geſell⸗ ſchaft begleitet hat, und begleiten wird. Ja, ja, das ſind die Geſichter ohne Augen aus Remplin! Wie viel tauſend Mal hab' ich mir das ganz unwillkürlich und ganz überzeugt