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Eltern erſchien, firirte er ſie einen Moment ganz ſtarr, und trat darauf in eine Gruppe hinein, ohne ſie zu grüßen, ja, ohne nur zu thun, als ob er ſie kenne. Eine unermeßliche Traurigkeit drückte Tosca's Herz zuſammen. Was habe ich ihm gethans? fragte ſie ſich heimlich; und dann ſetzte ſie ſchnell hinzu: Er iſt übermüthig; weil er beſſer ausſieht, als jeder Andere, bildet er ſich gewiß ein, ich würde mich ſehr um ſeine Vernachläſſigung grämen! doch daraus ſoll nichts werden.— Sie nahm ſich zuſammen, ſie empfing alle Anſprachen der Tänzer, ſie war munter, ungezwungen, ſte verſprach ganz von ſelbſt dem Herrn von Geldern den Cotillon; ſie ſah gar
nicht hin nach Sigismund. Allmälig zwang ſie ſich nicht
mehr zur Heiterkeit, ſie wurde wirklich heiter, ſie fühlte ſich befreit von dem unbegreiflichen Intereſſe, welches ſie bis daher für Sigismund ganz unwillkürlich empfunden. Nie war ſie ſchöner geweſen, und nie anmuthiger. Es war, als ob ſie ſich in ihrer ganzen Lichtſeite zeigen, und all ihre kleinen Sonnenflecke vergeſſen machen wollte.
„Heut iſt Tosca Beiron warlich kein Dornenröslein,“
ſagte Friedrich, nachdem er mit ihr getanzt hatte, ganz in
Ekſtaſe zu Sigismund,„ſondern eine Roſe ohne Dorn.“ „Wie Herr Walter von der Vogelweide bereits vor einem
halben Jahrtauſend von der Kaiſerin Irene geſagt und ge⸗
ſungen,“ erwiderte Sigismund ſpöttiſch und wandte ſich ab.
Er langweilte ſich. Hätte er Tosca anders als trium⸗ phirend geſehen, ſo würde es ihn intereſfirt haben, ſie aufs genaueſte zu beobachten; jezt, in ihrem Uebermuth, wie er es nannte, hatte er nicht Luſt dazu. Und doch mogte er nicht
den Ball verlaſſen.„Sie könnte meinen, ich ginge gelang⸗ 4


