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fragte ſie ſich heimlich. Seit dem Tage iſt er zuerſt ver⸗ ſchwunden, und ſo wiedergekehrt. Ich hatte aber eine beſſere Meinung von ihm.— Sie ſuchte ſich zu zerſtreuen; ſie ſtickte emfig, ſie ſang, und dazwiſchen tauchte immer die Hofnung auf, daß ſich auf dem Ball Alles erklären und ausgleichen werde. Ob Herr von Geldern, ob Friedrich, ob Graf Hohen⸗ berg ihr eine kleine Laune übel genommen hätten, darüber hätte Tosca muthwillig gelacht oder gleichgültig die Achſeln gezuckt; aber Sigismund Forſter?— Sie war nicht im Stande, ſich Rechenſchaft darüber zu geben, weshalb ſie grade ihn um keinen Preis verletzen mögte.
Am nächſten Morgen, als Sigismund vorüber ging, bückte ſich Tosca tief auf ihre Arbeit, ſo daß er ſie nicht ge⸗ wahr werden konnte, wenn er etwa heimlich doch zum Fenſter hinaufblickte. Dann hob ſie raſch den Kopf— und ſiehe! er hatte herauf geſehen, ihre Blicke begegneten ſich. Aber blitzſchnell wendete Sigismund den Kopf auf die andere Seite, und Tosca dachte: Richtig! er hat mir irgend etwas übel genommen.. aber in aller Welt was?
So vergingen die Tage bis zum Ball. Dadurch, daß Sigismund immer pünktlich an Tosca's Fenſter vorüber ging, zeigte er ihr, daß er ſie nicht ſehen wollte. Sie hofte auf den Balll ſie traute ſich zu, durch einige Worte die Mißſtim⸗ mung zu vernichten, in welche Sigismund, ſie begriff nicht, wodurch? ihr gegenüber gerathen war. Sie kleidete ſich mit
äußerſter Sorgfalt an. Sie ſchmückte ſich nicht, aber ſie
wählte die Blumen, die Farben, die ihr beſonders gut ſtan⸗ den, und zuverſichtlich, freudig, betrat ſie den Ballſaal. Si⸗ gismund ſtand der Eingangsthür zehn Schritte gegenüber
und mit dem Geſicht ihr zugekehrt. So wie Tosca mit ihren S. Forſter. 2


