Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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‚Und das Alles, weil Tosca Beiron die Tochter einer Gräfin und eines Freiherrn iſt? rief Hohenberg geärgert; ich muß Dir ſagen, mein lieber Bruder, daß ich das mehr wie ſonderbar finde.

Am andern Morgen ſchlug ſich Sigismund Forſter wegen des Kuſſes von Tosca Beiron, den er nicht wollte, mit ſei⸗ nem guten Freunde Hohenberg, verwundete ihn im Arm, und bekam von ihm eine Schmarre über die linke Wange.

Ein Paar Tage hindurch blickte Tosca Beiron umſonſt zwei Minuten vor eilf Uhr auf die Straße hinab umſonſt! denn Sigismund Forſter ging nicht vorbei! und weder dann, noch Mittags, noch Nachmittags. Was war ihm widerfah⸗ ren? ſie hatte alle Zeit, ſich mit Beantwortung dieſer Frage abzuquälen, und tauſend Möglichkeiten und Unmöglichkeiten zu erſinnen. Endlich! endlich! ſah ſie ihn die Straße herauf kommen, mit der Mappe unter dem Arm, und mit einem breiten ſchwarzen Tafftſtreif über die linke Wange. Sie freute ſich ſo, daß ſie die Hand über die Augen lenhe um deren Jubel zu beſchwichtigen. Allein ſie hätte dieſe Vorſicht nicht nöthig gehabt, denn Sigismund Forſter ging vorüber ohne aufzublicken, geſchweige zu grüßen. Tosca glaubte ſich ge⸗ täuſcht zu haben. Ganz verwundert dachte ſie: Wie doch ſo ein ſchwarzes Band übers Geſicht verändert! Ich hätte 4 auf gewettet, er ſei es.... und er war's doch nicht.. unmöglich! Um zwölf Uhr kam er aus der Wrrleſum zurück. Sie gab genau Achtung, ſie erkannte ihn unwider⸗ ſprechlich; er war's, aber er ging vorüber ohne aufzublicken und ohne zu grüßen. Ihr ſanken die Hände in den Schooß vor traurigem Erſtaunen. Sollte er es übel genommen haben, daß ich mich neulich nicht mit ihm zum Tanz engagiren wollte?