Weiſe den Beinamen verdiene, welchen Friedrich ihr gegeben. Sie war fröhlich und geſprächig, und hatte zuweilen ein al⸗ lerliebſtes ſchelmiſches Lächeln. Dies Lächeln wird ihn aus dem Häuſel gebracht haben, den armen Friedrich, dachte Si⸗ gismund heimlich; er iſt zuweilen ein bischen ſchwerfällig.
Mit dieſem dritten Walzer begann und beſchloß ſich der Ball für ihn. Er tanzte nicht mehr, aber er ſah Tosca tan⸗ zen, und es war ihm, wenn ſie an ihm vorüber ſchwebte, als ſehe ſie ihn bald fragend, bald freundlich an. Und allerdings verwunderte es ſie ſehr, daß ein ſo ausgezeichneter Tänzer ſo gar wenig Freude am Tanz zu finden ſcheine, und doch einen ganz beſondern Werth auf einen Walzer mit ihr gelegt habe. Nach dem Cotillon verließ ſie den Ball.
„Die Lampen brennen ganz dunkel vom Staube,“ ſagte Sigismund, der ihr bis zur Thür nachgeblickt, zu einem Freunde;„komm, laß uns gehen.“
„Gehen, trinken, ſpielen— was? welch Verbum willſt Du conjugiren?“ antwortete der.
„Alle drei!“ rief Sigismund;„und nimm Dich nur in
Acht! heut hab' ich Glück.“ Als Sigismund Forſter um acht Uhr hrüh ſtatt ins Col⸗ legium— zu Bett ging, hatte er nicht blos das Glück ge⸗ habt, hundert Louisd'or zu gewinnen, ſondern das größere noch, daß ſeines Freundes Kaſſe ſich grade in hoher Flut be⸗ fand, ſo daß der ihm auch wirklich ſeinen Gewinn aus⸗ zahlte.
Tosca Beiron ſaß im Wohnzimmer ihrer Mutter am Strickrahmen im Fenſter, und nähte ſehr eifrig Tapiſſerie, während ſie ganz leiſe, mehr mit den Gedanken als mit den Lippen die Melodie des Walzers ſummte, welchen ſie mit


