Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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chen wird übermüthig werden; aber er durfte noch nicht ſagen: ſie iſt es. Sigismund dachte heimlich: ſie ſieht ein wenig ſchnippiſch aus, und das iſt nun ganz und gar anbe⸗ tungswürdig. Er bat ſie um einen Walzer. Sie ſah in dem Schreibtäfelchen nach, welches ſie am Gürtel trug, und be⸗ dauerte ſehr keinen mehr übrig zu haben. Dann um einen Galopp. Auch die waren ſämtlich vergeben.

Und welchen Tanz werden Sie die Gnade haben, mir allendlichſt zu ſchenken, mein Fräulein? fragte er darauf.

Tosca unterſuchte abermals ihr Täfelchen.

O ich bitte! rief er,nur keinen von den dort verzeich⸗ neten Tänzen! Die alle ſind nicht für mich; ſondern einen andern.

Tosca ſah ihn an. Bis daher hatte ſie nur einen Tänzer in ihm geſehen; jezt war ſie durch den ungewöhnlich ſchönen jungen Mann überraſcht, der ſo dringend und mit ſo wolklin⸗ gender Stimme um einen Tanz bat. Mit großen Augen ſah ſie ihn an; dann ſchlug ſie die Augen nieder, weil er ſie firirte, und ſagte endlich, munter auf ihr Täfelchen deutend:

Wenn die hier verzeichneten Tänze getanzt ſind, iſt der Ball aus.

Warum denn? entgegnete Sigismund ganz verwundert. Befehlen Sie nur, und es wird mehr getanzt.

Tosca ſah ihn wieder an, wie um ſich zu überzeugen was für eine Art Menſch denn eigentlich vor ihr ſtehe, ob ein Geck, ob ein zudringlicher Geſell, ob ein roher Burſche. Nichts von dem Allen. Sigismund Forſter ſah vollkommen wolerzogen aus. Ein kleines halbunterdrücktes Lächeln glitt über ihren allerliebſten Mund.