„Dieſe Pomona etwa?“ fragte der Eine und zeigte auf eine recht hübſche Obſtverkäuferin, die mit einem Korb voll Weintrauben ſich dem Fenſter näherte, als ſie die jungen Leute an demſelben ſah.
„Oder dieſe Meduſe mit den ſchwarzen Schlangenlocken?“ fragte ein Anderer, auf eine ältliche Engländerin zeigend, die am Arm ihres Gatten auf den Gaſthof zuſchritt.
„Wozu habt Ihr Augen, wenn Ihr damit nicht zu ſehen verſteht?“ rief der junge Mann, kehrte zu den Gefährten am Trinktiſch zurück, ſetzte ſich, und ſprach zu dem Einen: „Friedrich! wer war das Mädchen?“
„Ich bin zwar ein großer Anhänger des animaliſchen Magnetismus, mein Alter,“ entgegnete Friedrich ernſthaft, „aber ſo weit hab' ich's doch noch nicht gebracht, um mich mit allen Frauenzimmern in Bonn dermaßen in magnetiſchen Rapport geſetzt zu haben, daß ich, wenn ich mit dem Rücken nach dem Fenſter gekehrt ſitze, ſagen könnte, wer diejenige iſt, welche grade über die Straße geht.“
„Zum Teufel Dein Magnetismus!“ rief Jener;„damit 3
hat das Mädchen nichts zu ſchaffen, denn es ſieht weder blaß noch krank aus.“
„Nun, ſo gieb mir ihr Signalement,“ ſagte Friedrich, „dann werd' ich ſie Dir vielleicht nennen können.“
„Ja, ihr Signalement!“ riefen die Uebrigen,„wir wollen ſie auch kennen, wenn wir ihr begegnen.“
„Das iſt leicht zu geben: groß, ſchlank, blond, Wangen zum Küſſen, Mund zum Küſſen..—
„Tosca Beiron!“ unterbrach ihn Friedrich;„einzige Toch⸗
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ter des General Beiron allhier!


