1. Am Rhein.
Im Gaſthof zum Stern in Bonn ſaß eine Geſellſchaft fröhlicher Studenten beiſammen. Sie tranken lebhaft und ſprachen noch lebhafter über roſenrothe Mädchen und graue Profeſſoren, und zwar nach Studentenart, nämlich ſo, daß am Ende ſonnenklar erwieſen wurde, wie kein Mädchen hübſch genug und kein Profeſſor geiſtreich genug ſei, um von Stu⸗ denten ſonderlich beachtet zu werden. Darin ſtimmten Alle überein, auch die, welche eben zum Beginn der Wintervorle⸗ ſungen nach Bonn gekommen waren, und folglich von deſſen Profeſſoren nur die Namen, und von deſſen hübſchen Mädchen nur das wußten, was ihnen die ſchnellgewonnenen Freunde, die ſchon länger da geweſen waren, von ihnen erzählten. Mitten in dieſer allgemeinen Weiberverachtung ſprang ein junger Menſch lebhaft auf und ans Fenſter und rief:
„Sacriſti!“ da geht ein bildſchönes Mädchen!“
Die Hälfte ſeiner Gefährten ſprang ihm nach, aber das Mädchen war ſchon verſchwunden.
„Wer war es? wie ſah ſie aus?“ fragten ſie ihn.
„Die iſt ſchön!“ wiederholte er und ſah mit ſeinen dun⸗ keln leuchtenden Augen unverwandt auf den Platz hinaus.
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S. Forſter.


