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Puppenſpiele dafür anſehen wollen. Sie können noch ſehr glücklich werden, ſobald Sie Sich entſchließen, glücklich zu machen.“ 4 4
Sie ſah ihn an mit einem ihrer faseinirenden Blicke, der vor vier Wochen ihn zu ihren Füßen hinabgezogen ha⸗ ben würde. Doch heute glitt er an ſeinem Buſen ab, wie der Blitz am Marmor. Sie verhüllte das Geſicht, und winkte ihm mit der Hand ſie zu verlaſſen. Da ſagte er bewegt:
„Gott ſegne Sie“— und ging. Als er an der Thür war, rief ſie: 4
„Polydor!“— Er blieb ſtehen. Sie flog durch das Zimmer, warf den Arm um ſeinen Hals, drückte ihn heftig an ihre Bruſt, und noch heftiger einen Kuß auf ſeine Lip⸗ pen, und drängte ihn aus der Thür.
Nachts um zwei Uhr verließ Regine Botzen.
„Ward Ihnen der Abſchied ſchwer?“ fragte Ilda am nächſten Morgen Polydor. 4
„Nein!— Die Liebe iſt todt.“—
„Aber ihr?“
„Sie war anfangs ſehr niedergeſchlagen, dann ſehr hef⸗ tig, aber ſie wird ſich faſſen und tröſten.“
„Wie ſie mir erzählte, hat ſie wirklich nach Ihrem Ver⸗ ſchwinden Unglaubliches gethan und gelitten“
„Die Ueberraſchung war groß, das böſe Gewiſſen quälte ſie, die Unruhe, was aus mir geworden ſei, die Unwiſſenheit, welch Ende die ganze Sache nehmen würde— kurz, die Neuheit der Situation brachte ſie aus der Faſſung. Nun, da Alles und auf immer abgethan iſt, wird ſie ſehr ſchnell ihre frühere Haltung gewinnen.“


