„Hatten Sie einſt ein tröſtendes Wort für mich?“ fragte er hart.
„Nein! aber daß ich es nicht hatte, macht mich ja elend.“*.
„O Gräfin, was kann ich Ihnen ſagen? jedes Wort, mein Anblick ſogar, muß Ihnen weh thun!“
„So iſt die Liebe ganz todt in Ihrem Herzen— dieſe Liebe, die einſt nur mein kindiſcher Triumph war und jezt mein Stolz wie meine Seligkeit ſein würde?“
Polydor ſtand wie damals vor ihr, hoch aufgerichtet, blaß und bewegt— aber ohne Zorn, und ſo ſagte er auch:
„Der Glaube iſt todt! und was iſt Liebe ohne Glau⸗ ben? Sie haben mit mir geſpielt, mich gequält, mich tödtlich verwundet, das vergebe ich Ihnen gern— doch vergeſſen kann ich es nicht, kann kein Vertrauen zu der Frau faſſen, die mich mit kalter Verachtung von ſich wies, nachdem ſie mich mit füßer Liebesvorſpiegelung angezogen. Und wenn Sie mir auch jezt tauſend Zeichen und Beweiſe der Liebe geben— ich könnte Ihnen doch nicht mehr glauben, würde jezt unter Ihren Schwüren und Küſſen mir ſagen: ſie liebt dich nicht— ſie ſpielt nur mit, dir.— Ich muß an das Weib glauben können, das ich lieben ſoll. Mag ſie irren, mag ſie fehlen, mag ſie mir weh thun— ich werde nicht blos vergeben, ſondern auch vergeſſen; doch reines⸗ Herzens muß ſie ſein, ohne Falſchheit, ohne Lüge.“
„Sie ſprechen mein Todesurtheil“— ſprach Regine dumpf.
„Nein, Sie ſind ſo jung und ſchön, daß das Leben noch in ſeiner ganzen Herrlichkeit vor Ihnen liegt, wenn Sie nur dieſe Herrlichkeit erkennen, und nicht Flittergold und


