Druckschrift 
Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Stunde werde ich wol noch warten müſſen die Kraft habe ich, mehr nicht... wenn er kommt, ſchicken Sie ihn gleich zu mir nicht wahr?

Ilda gab ihr die Verſicherung. Regine ging mit dem Billet. Fünf Minuten ſpäter trat Polydor in Ildas Gemach und ſagte:.

Regine iſt hier; meine Eltern haben ſie mir beſchrie⸗ ben, den Namen wußten ſie zwar nicht aber nur ſie kann es ſein.

Freilich harrt ſie Ihrer und hat Ihnen ſo eben Bot⸗ ſchaft geſchickt.

Da will ich gleich zu ihr gehen.

Sind Sie feſt, mein armer Polydor?

Feſt und ruhig.

So gehen Sie und Gott mit Ihnen.

Regine lag in ihrer gewöhnlichen Stellung auf dem Sopha, als der Bediente Polydor bei ihr einführte. Doch kaum war die Thür hinter ihm geſchloſſen, als ſie vom Sopha herab und auf ihre Knie glitt, und die Arme zu ihm erhebend, flehend ſagte:

Polhdor, können Sie mir vergeben?

Demüthigen Sie mich nicht, gnädige Gräfin ſprach er ſanft, hob ſie auf und ließ ſie auf dem Sopha nieder.

Ach, ſagte ſie weinend, da Sie ſo ruhig zu mir reden, ſehe ich, daß Sie mich nicht mehr lieben.

Er ſchwieg.

Haben Sie denn weder ein tröſtendes noch ein freund⸗ liches Wort für mich, Polydor, und ſehen doch, wie ich Ih⸗ retwegen leide?