mir nehmen. Da iſt reine Luft, ſchöne Gegend, ärztliche Hülfe, Stille, vielleicht wirkt das günſtig. Wo nicht, ſo gehe ich mit ihr nach Florenz oder Rom zu berühmten Aerzten.“—
In ſolchen Geſprächen verging die Zeit. Da kam der— Baron, wieder ganz verſtört, ins Zimmer und ſagte zu Ilda:
„Es iſt ein Frauenzimmer da, eine Dame, was weiß ich! die mit der größten Heftigkeit Sie zu ſprechen verlangt. Ihre Leute haben ſie zu mir geführt, weil ſie nicht im Stande waren ſie zu beruhigen. Doch ich konnte mich nicht mit ihr verſtändigen, und ich weiß noch nicht, ob ſie eigentlich Sie oder Polhdor zu ſehen wünſcht. Dies Botzen iſt ein unru⸗ higer Ort.“
Ilda küßte Ondine auf die Stirn und verließ ſie ſeuf⸗ zend. An der Thür ihres Gemachs flog Regine ihr entge⸗ gen und rief: 3
„Es wird Nacht und Polydor kommt nicht! Erbarmen Sie Sich und laſſen Sie ihn rufen!“
„Es wird das Beſte ſein“, erwiderte Ilda, und ſie ſchrieb ihm haſtig:
„Durch Ihre Eltern werden Sie wiſſen oder ahnen, daß „Gräfin Regine Sie hier erwartet, und ganz entſchloſſen „iſt ſich mit Ihnen zu verſtändigen; verſchieben Sie alſo „nicht die unabwendbare, peinliche Szene, und kommen
„Sie gleich, denn ſie iſt wie auf der Folter, aber— wun⸗ „derbar ſchön.“
„Mein Bedienter ſoll das Billet hinbringen, ſagte Re⸗ gine, er kennt den Weg, er kennt Polhydor. Eine halbe


