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Krankheit; aber, lieber Himmel! wie konnte ich unerfahrnes Mädchen das ahnen! Sie führte wol Reden, die ich nicht verſtand— aber das war mir ſchon den ganzen Winter hin⸗ durch paſſirt. So reiſten wir denn in Gottes Namen ab und nahmen den Carlo mit als Bedienten, ein guter, willi⸗ ger Burſche! So wie wir in dem Wagen ſaßen, verfiel die Gräfin in ihren gegenwärtigen Zuſtand, ſie war nämlich ganz ſtill und ſprach in drei oder vier Tagen kein Wort. Natürlich wagte ich nicht ſie durch Fragen zu ſtören, ich
gönnte ihr die Ruhe. Aber als ſie endlich anfing zu reden,
und ſtets von Ihnen, gnädige Gräfin, und vom ſeligen Gra⸗ fen— doch ſo zerſtreut und verwirrt— ach, da erkannte ich wol unſer Elend, und Gott weiß, wie ich mich geängſtigt habe! Ich nahm mir auch gleich die Freiheit Ihnen zu ſchreiben, um mir Ihre Befehle zu erbitten, allein der Brief kann lange noch nicht in Ruhenthal ſein. In Inſpruck wollte ich Ihre Ankunft abwarten, denn man hatte mir geſagt, das ſei die nächſte Straße aus Norddeutſchland nach Italien, und ich wußte wol, daß gnädige Gräfin die nächſte wählen würden.“
„Doch als wir vorgeſtern hier anlangten, erklärte die Gräfin ſehr beſtimmt, hier wolle ſie bleiben, und keine Bit⸗ ten noch Vorſtellungen konnten ſie bewegen, ihren Entſchluß zu ändern. Die Wirthin hier im Gaſthof, die wirklich en⸗ gelsgut iſt, hat Alles gethan, um es uns ſo bequem als möglich zu machen, auch einen Arzt herbeirufen laſſen— doch der verſchrieb calmirende Pulver, und damit iſt nicht geholfen.“
„ Nein, gute Hedwig, damit i*ſt nicht geholfen! ich werde⸗ 3 jezt an den Comer⸗See gehen und meine arme Couſine mit ¹
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