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Sie gingen. Der Baron klopfte leiſe. Ludwig öfnete. Ilda erblickend, ſtürzten ihm die Thränen aus den Augen und er zeigte nach dem zweiten Zimmer. Sie drückte die Hände gefaltet auf die Bruſt und trat gefaßt ein. Ondine ſaß in einem Lehnſtuhl am Fenſter, wachsgelb, mit ſcharfen, eingeſunkenen Zügen, und dem unheimlich zerſtreuten Blick der Geiſteskranken; neben ihr Hedwig, die mühſam ihre Thrä⸗ nen verhielt.
„Ilda! ſagte Ondine tonlos und ſchauerlich ruhig, da biſt Du ja; ich hab' es immer der Hedwig geſagt, daß wir uns hier treffen würden. Wann kommt Askanio?“ Sie hatte ihre welke, magere Hand nach Ildas Hand ausgeſtreckt, ergriff ſie, drückte ſie an ihre Lippen und ſprach mit Blick und Ton aus früherer Zeit:
„Meine liebe, vielgetreue Ilda verläßt mich nicht.“
Ilda war vor ihr auf die Knie geſunken, verbarg das Geſicht in ihrem Schooß nnd ſchluchzte konvulſiviſch. Da ſagte Ondine verdrießlich:
„Ich mag nicht, daß man weint; ich bin des Weinens ganz überdrüßig— und recht luſtig! und wenn Askanio erſt kommt“...— Sie ſah zum Fenſter und zum Himmel hin⸗ auf und lächelte geheimnißvoll, unbeſtimmt, ſchauerlich; denn nur die Nerven, nicht die Seele bewegten ihre Züge. Die Seele ſchien verbraucht zu ſein. Ohne irgend ein Zeichen von Theilnahme oder Freude ſaß ſie da und murmelte dann und wann:„Wenn Askanio gekommen iſt, will ich.— oder: Askanio wird bald kommen, und dann”...— Es ſtörte ſie gar nicht, daß Hedwig zu Ilda ſagte:
„Gewiß war die fürchterliche Unruhe, mit der ſie dar⸗ auf drang Ihnen entgegen zu reiſen, gnädige Gräfin, ſchon
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