Druckschrift 
Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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um ſie nutzlos zu verſchwenden, das drückte ſie zu Boden. O, ſagte ſie zu Polydor, nachdem ſie ihm Wort gehalten und ihre Liebe ihm erzählt hatte das Leben iſt ſo ſchön, wenn es ſchön iſt! und jezt erſcheint es mir wie ein Ga⸗ leerenſelav, an den ich durch eine Kette geſchmiedet bin. Wir müſſen unſern Weg zuſammen machen, ich muß arbeiten, ringen, flehen, verzweifeln, und immer wieder arbeiten, und der Unhold an den ich gefeſſelt bin hilft mir nicht, geht pfeifend neben mir, verſpottet mich und mein Elend durch ſeine grelle Luſtigkeit, höhnt mich, indem er ſagt: es wird beſſer werden, du gewöhnſt dich, du biſt ſtark!... O Poly⸗ dor, nie hab' ich geglaubt, daß das Leben ein ſolcher Unhold ſein könne.

Der gute Baron ſah Ildas Anſtrengungen an ihrem Schmerz ſcheitern, und betrübte ſich aufrichtig, ohne doch im Stande zu ſein ihr irgend einen Troſt zu bieten, und dieſe Unzulänglichkeit ſehr gut fühlend. Seit zehn Jahren, ſeit⸗ dem er aufgehört hatte gleichſam auf eigene Rechnung ſich mit Frauen zu beſchäftigen, hatte er ſich an Ilda attachirt, anfangs aus langer Weile, ſpäter aus Intereſſe für ihre an⸗ muthige Perſönlichkeit, endlich aus Gewohnheit. Sie war ihm lieb wie ein Kind, vielleicht ſchmeichelte es auch ſeiner

Eitelkeit in freundſchaftlicher Verbindung mit ihr zu ſtehen

kurz, ſie war die Sonne um die er ſich als kleiner dunk⸗ ler, doch treuer Mond drehte. Die Nebel und Wolken, welche ſeine Sonne verdüſterten, ängſtigten ihn, weil er fürch⸗ tete, ſie werde nicht Licht genug behalten, um ſie endlich doch zu durchbrechen. Und durchbrechen mußte ſie das Gewölk; das lag in ihrer Natur; das hatte ſie bewieſen nach Lord Henrys Tod. Er ſagte ihr das auch einmal und fügte hinzu: