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dann hob ſie den Arm und ſchlang ihn mit einem Ausdruck von endloſer Ermüdung um ihren Kopf, und der andere hing herab, als gebe es für ſie nichts mehr zu thun: ſo glich ſie einem Schwan, der zum Schlaf den Kopf unter den Flügel legt; der weite weiße Ermel verhüllte halb ihr Geſicht.— O komm zu mir! rief ſeine ganze Seele; ruhe bei mir! Aber Ilda hörte ihn nicht. Endlich drückte ſie die Finger⸗ ſpitzen ihrer beiden Hände mit einer Inbrunſt an die Lippen, als ob ſie ihr tiefſtes Weſen in dem Kuß aushauchen wolle, und breitete dann ſchnell und heftig die Arme aus, damit die Nachtluft den Kuß von ihren Fingern ſtreifen und zu ſeiner Beſtimmung tragen möge. Otto trat einen Schritt vorwärts. Ilda fuhr zuſammen, lauſchte, blickte erwartungsvoll in das Dunkel hinein— Alles ſtill! Wehmüthig ſchüttelte ſie den Kopf und trat in ihr Zimmer zurück, die Glasthür hinter ſich ſchließend. Es ſchlug zwölf Uhr und ſie ging in ein Nebenzimmer, deſſen geſchloſſene Jalouſien ihm nicht erlaub⸗ ten hineinzublicken; aber es war Licht darin. Otto wartete mit brennender Ungeduld auf ihre Rückkehr, denn ſie mußte wiederkommen— die Lampen brannten noch auf ihrem Ar⸗ beitstiſch. Er wußte ſelbſt nicht, was er wünſchte und wollte — dielleicht den Kuß ihr wiedergeben! auf jeden Fall ſie ſe⸗ hen— zum allerletzten Mal!— Statt ihrer erſchien nach einer Weile ihre Kammerfrau, ordnete die umherliegenden Sachen, verſchloß einige, löſchte dann die Lampen und ver⸗ ließ das verfinſterte Zimmer. Es iſt vorbeil ich ſehe ſie nicht wieder! ſeufzte Otto. Doch entſchloſſen ſetzte er hinzu: Ich will aber!— Der matte Schein hinter den grünen Jalou⸗ ſien verrieth eine Nachtlampe. Er dachte: Ich werde warten bis ſie ſchläft, und dann noch einmal ſie ſehen! Es iſt Ra⸗


