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Sterne funkeln nur und leuchten nicht— doch war ihm als ob ſie zu ihm komme, und er wollte ihr unſichtbar bleiben: darum trat er betroffen zurück. Ach, ſie hatten ſich ja nichts mehr zu ſagen. Und er würde doch ſeine Seligkeit darum geben, noch einmal zu ihren Füßen liegen, noch einmal ſie in ſeine Arme ſchließen zu dürfen. Aber würde ſie es ihm noch jezt erlauben, wie an jenem Abend? konnte er es in ihren Augen noch verdienen?—— Er drückte die Hand aufs Herz und ſtand regungslos, mit ſeinem Blick auf ihr ruhend, als wolle er ſie in ſeine Seele hineinziehen. Sie ſah ganz feenhaft aus in dieſer tiefen, ſtillen Abgeſchiedenheit, von Nie⸗ mand beachtet ſich wähnend, mit dieſem magiſchen, tiefſinni⸗ gen Blick, mit dieſen unbegreiflich graziöſen Bewegungen. Wenn Polydor da geweſen wäre, ſo hätte er jede Stellung nachzeichnen können, mit denen ſie ihre Gedanken begleitete, oder eigentlich: in welche ihre Gedanken ſie warfen. Mitun⸗ ter vergaß Otto ganz, daß er ſie liebe, und bewunderte ſie nur, wenn ſie wie eine Göttin oder eine Prieſterin, das Haar aus der Stirn ſtrich, den Kopf emporhob und zu den Ster⸗ nen hinauf ſah, ſtolz, kühn, beinahe herausfodernd. Und wenn dieſer Kopf, wie vom Blitz getroffen, herabſank, und die Hände ſich ſchmerzlich auf Bruſt und Stirn legten, oder wenn ſie in banger Troſtloſigkeit ſie rang, ſo zerſchmolz ſeine Seele in Mitleid, und ihm war, als müſſe er ſie zurückrei⸗ ßen von dem Altar, an dem ſie geopfert werden ſollte. Aber dann ſtand ſie bisweilen da, das Haupt nicht geknickt, nur ſanft geſenkt, weich zur Seite gewendet, lieblich und zart wie eine Perle, träumeriſch lächelnd— ol ſo hatte ſie an jenem unvergeßlichen Abend vor ihm geſtanden! und warum zog er ſie denn nicht an ſeine Bruſt?... ſie liebte ihn ja. Und


