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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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und verſchatteten leicht eine Geſtalt; er konnte unbemerkt nä⸗ her treten. Ilda war in ihrem Zimmer mit einem jungen Mann alſo Polydor! Otto ſah ihn an mit einer leiſen Aufwallung von Neid und Eiferſucht, aber ſie verſchwand, als er bemerkte, daß Ilda Polydor ſo ganz anders anſah, als ſie ihn angeſehen. Ilda wählte Zeichnungen aus einem großen Portefeuille, und Polydor legte ſie ſorgſam in ein kleineres. Auf einmal rief er:

Aber was iſt das für ein Kopf, der nun ſchon auf dem dritten Blatt wiederkehrt und der Mittelpunkt der gan⸗ zen Arabeske zu ſein ſcheint? Ein Porträt nicht wahr? denn es ſind Nüancen in dieſer Phyſiognomie, die man ſchwerlich erfindet.

O, nicht fragen! ſagte Ilda bittend; unterwegs werde ich Ihnen Alles erzählen.

Polydor ſchwieg betroffen, und ſchweigend vollendeten Beide ihr Geſchäft. Dann nahm er das kleine Portefeuille und ſagte:.

Wir wollen dieſen Bildern einen ſichern Platz beim Aufpacken geben, drum nehm' ich ſie mit. Gute Nacht, Ma⸗ donna.

Idda nickte ihm freundlich zu und er entfernte ſich. Otto konnte jede Miene ſehen, jedes Wort hören. Er war ihr ſo nahe und ſie wußte es nicht. Giebt es denn keinen Zug der Geiſter? fragte er ſich ſchmerzlich; ahnt ſie wirklich meine Nähe nicht? Auf einmal trat er beſtürzt zurück, denn Ilda verließ das Zimmer und wandelte langſam auf dem breiten, mit Hhazinthen eingefaßten Wege vor ihren Fenſtern auf und ab. Es war unmöglich, ſie konnte ihn nicht geſehen haben, im Zimmer helles Licht, draußen Finſterniß, denn die