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begriffe, würde ich Sie vielleicht bewundern— jezt aber kann ich mich nur verwundern.“
Mit unerſchütterlicher Ruhe entgegnete Werffen:„Sie ſehen, daß eine Liebe, die kein beſtimmtes, erreichbares Ziel hat, zum Unheil oder zum Unglück führt. Das ſollte Sie beſtimmen, Sich gegen ähnliche Fälle gleichſam zu verſchan⸗ zen in den Schranken des Familienlebens. Sie ſtehen hoch und einſam, wie jede geiſtige Größe; Sie ſind unwiderſteh⸗ lich anziehend für Männer d'une ceriaine trempe; von Liebe und Anbetung wird man Ihnen gern und viel ſprechen“...
Ilda ſagte halb beluſtigt, halb geärgert:„Sie irren Sich ganz und gar, Herr von Werffen; denn ich bin weder Tänzerin noch Kunſtreiterin, und imponire viel zu ſehr um Liebe einzuflößen.“
„So iſt es doppelt traurig für Sie, wenn Sie lieben ohne Gegenliebe! und deshalb eben mögte ich Sie ſo gern für eine Sphäre gewinnen, wo das Herz des Weibes ſein Genügen hat.“
„Ihre Güte verdient meine ganze Dankbarkeit, aber wir verſtehen einander nicht, unſere Seelen bleiben ſich für alle Ewigkeit fremd; denn Sie meinen das Herz könne je ſein Genügen haben, und das glaube ich nicht. Ach, Werffen, das Herz iſt eine Gottheit! es liebt, es weiß, es ſieht, es verzeiht; es durchdringt die Zukunft, es tödtet, es beſeelt— o es iſt viel zu mächtig für unſere dürftige Erde, und jene unſägliche Melancholie, die in den ſeltenen flüchtigen Momen⸗ ten unſers höchſten Glückes über das innerſte Weſen ſich ausbreitet— ſagt uns das deutlich genug. Vielleicht haben nicht alle Menſchen ſolche flammende Herzen— ich wünſche
und glaube es— und vielleicht haben die es beſſer auf der Ilda Schönholm. 3 14


