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Nachſicht haben; jezt aber kenne ich mich; was einſt nür Leichtſinn war, würde jezt Lüge ſein— ich kann nur den Mann beglücken, den ich liebe, und was ich beglücken nenne, iſt ſein Weſen ergänzen, ſeine Sehnſucht befriedigen, ſeiner Richtung mich anſchmiegen, ſeinem Winke folgen, ſein Leben in Noth und Tod durchleben, einen Weg haben, einen Zweck, eine Hofnung, ein Grab. Es iſt ganz gewiß, Herr von Werffen, daß ich nie auf dieſe Weiſe einen Mann beglücken werde, aber— ich begreife nun einmal keine andere. End⸗ lich— fügte ſie ein wenig ungeduldig hinzu— kennen Sie ja längſt meinen Widerwillen gegen die Ehe. Ich mag nicht den Champagner durch Waſſer nüchtern machen.“
„Ich bewundere Ihre gute Laune, Frau Gräfin; doch erlauben Sie mir Ihnen zu bemerken, daß vielleicht in ſpä⸗ tern Jahren Reue Sie heimſuchen wird, wenn Ihr Herz nicht mehr ſo heiß ſchlägt und Ihr Genius nicht mehr ſo hoch fliegt.“ 3
„Wenn Herz und Genius matt geworden ſind, bin ich die ächte Ilda nicht mehr, und was ich alsdann bereue und bedaure, kann nur gleichgültig ſein. Doch das glauben Sie mir gewiß: nie werde ich bereuen nach meiner Ueberzeugung gehandelt zu haben.“
„Theure Gräfin, beſinnen Sie Sich nur, ob es wirklich Ueberzeugung und keine vorüberrauſchende Leidenſchaft iſt, die Sie ſo ſprechen und handeln läßt.“
„Herr von Werffen, ſagte Ada nach kurzem Beſinnen— ein Wort wird unſer Geſpräch enden: nicht nur, daß ich Sie nicht liebe— ich liebe einen Andern.“
„Das weiß ich“— ſagte er ruhig.
Ilda rief in höchſter Ueberraſchung:„Wenn ich Sie


