Druckschrift 
Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Warum denn nicht? ich habe eine aufrichtige, innige Verehrung für Sie, Gräfin, das wiſſen Sie längſt; Ihr Herz zieht mich an, Ihr Geiſt feſſelt mich, Ihr ganzes Sein erfreut mich. Ich bin ein Menſch wie Sie ihn als Freund und Stütze brauchen, ruhig, kalt, feſt geben Sie mir Hofnung!

Nein, denn ich liebe Sie nicht.

Das weiß ich! aber die Liebe als Leidenſchaft, d. h. als übermächtiges Gefühl, wünſche ich mir nicht in der Ehe, weil es Anſprüche macht, die unmöglich erfüllt werden kön⸗ nen. Hingegen dürfen Sie mir Ihre Achtung nicht verſagen, nicht das Vertrauen, daß ich unter allen Umſtänden Sie ſchirmen und ehren werde. Sie aber abgeſehen von Ih⸗ ren großen Gaben, Gräfin können mit dieſer Glut Ihres innern Weſens und dieſem Glanz Ihrer Geſtalt jeden Mann beglücken.

Ein helles Roth flammte über Ildas Wangen, ſie warf einen Blick voll unſäglicher Verachtung auf Werffen und ſagte kalt:

Ich danke Ihnen für Ihre gute Meinung, um ſo mehr da ich ſie nicht von mir habe.

Er ſagte traurig:Ihre Vorurtheile machen, daß Sie

Ihre Beſtimmung verfehlen und außerhalb ſei es darun⸗

ter oder darüber aber ſtets außerhalb der Sphäre des Weibes ſtehen. Auf die Weiſe, wie Sie es mir vorſchlagen, habe ich vor zehn Jahren ſchon verſucht meine Beſtimmung zu erfül⸗ len, und ward nicht glücklich und machte nicht glücklich. Da⸗ mals konnte man mit meiner Jugend und Unerfahrenheit, mit meiner Unwiſſenheit über die Verhältniſſe und mich ſelbſt