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Elftes Kapitel.
Zu Ildas höchſtem Erſtaunen ließ ſich Werffen am Tage vor ihrer Abreiſe mit der Bitte bei ihr melden, ſie allein zu finden. Erwartungsvoll und doch innerlich zerſtreut ſah ſie ihn an, als er etwas prätentiös bei ihr eintrat. Ottos Un⸗ ſichtbarkeit in dieſen letzten Tagen, vielleicht auch eine unvor⸗ ſichtige Aeußerung des Barons, hatten ihm einen ſeltſamen Muth gegeben.
Er debütirte mit der Bitte, Ilda möge ihm erlauben in ihrer Geſellſchaft die Reiſe nach Florenz zu machen, weil er ſich davon den höchſten Genuß verſpreche. Ilda erwiderte:
„Ich kann Ihnen nicht verbieten Sich dem Baron und mir anzuſchließen, da Sie aber wiſſen in welcher Abſicht ich nach Italien gehe, ſo werden Sie mich entſchuldigen, lieber Werffen, wenn Sie in mir nicht die gehofte angenehme Ge⸗ ſellſchafterin finden.“
„Ich habe auch noch eine andere Abſicht dabei.“
„Das iſt denn freilich recht gut,“ ſagte ſie gleichgültig.
„Es iſt die Hofnung, daß Sie mich näher— und viel⸗ leicht den Mann in mir kennen lernen werden, dem Sie Ihr künftiges Glück anvertrauen.“
Ilda ſtarrte ihn ſprachlos mit großen Augen an. Er fuhr fort:


