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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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die ſie mit beiden Armen umſchlang. Dabei fiel ihr reiches, ſchwarzes Haar auseinander, und rollte ſchwer über Schul⸗ tern und Buſen herab. Sie erſchrak fürchterlich, wie man in nervöſer Ueberreizung vor der lindeſten Berührung zu thun pflegt, und ſagte halblaut:

Das ſind Schlangen, die unter meinem Hirn gewohnt haben und nun nach meinem Herzen kriechen. Sie ſtand auf, wickelte das Haar zuſammen, band ein Foulard darüber und murmelte:

So, ſo, ſo! nun ſind ſie eingeſperrt und können mir nichts thun. Beſſer im Kopf, als im Buſen!

Mit der Morgendämmerung befiel ſie ein Fröſteln.Es mag ſehr kalt ſein auf dem Poſtwagen, der ihn fährt weiß Gott wohin! dachte ſie. Das war eine Nacht!

Kaum war es Tag, ſo ſchellte ſie. Ihre Leute mußten auf, heraus, in allen Richtungen ſich zerſtreuen, forſchen, fragen, ſpähen, und wo möglich in drei Minuten Antwort bringen. Die Kammerfrauen beſchworen ſie zu Bett zu ge⸗ hen, irgend etwas zu nehmen, ſich wenigſtens wärmer zu kleiden, denn ihre Hände und Füße waren eiskalt, weil ſie die ganze Nacht im leichten Peignoir verbracht hatte.

Sobald ich Nachricht habe, will ich Alles thun. Da⸗ bei blieb Regine.

Aber es vergingen Stunden darüber, denn alle Bedien⸗ ten, die ſchnell wiederkehrten, hatten nichts erfahren. Endlich brachte Damian genauen Bericht: Polydor hatte ſich einen Paß über Berlin nach Rom ausfertigen laſſen und war mit dem Eilwagen abgereiſ't. Ueber Berlin alſo ging er zu Ilda; dann nach Italien! Dies war ein Haltpunkt. Die