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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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nung, welche einer neuen Ordnung voranzugehen pflegt. Bunte Feuerfunken tanzten vor Reginens Augen, die Wände des Zimmers drehten ſich, ein Sauſen wie von hefſtigem Wind ſchwirrte um ihren Kopf; ſie lehnte ſich an die Mauer, denn ihre Kniee wankten; aber das Bewußtſein ihrer Lage ſchützte ſie vor einer Ohnmacht. Sie raffte ſich auf und entfloh pfeilgeſchwind. Die Frau ſah ihr nach, ſtemmte beide Arme bedächtig in die Seite und ſprach kopfſchüttelnd zu der, welche im Zimmer beſchäftigt war:

Ein heilloſes Volk, die Männer! Nanny, das ſag ich Dir, wenn Du Dich je mit einem einläßt, der nicht ſagt: dann und dann iſt die Hochzeit, ſo hier mag wieder mal ein Unglück auf Lebenszeit geſchehen ſein, denn das Frauen⸗ zimmer ſah nicht aus, als ob ſie gewohnt ſei Nachts auf den Straßen herumzulaufen. Nanny, merk' Dir das: nur ein Ehemann taugt was; alle andern Männer taugen nichts für die Mädel.

Nanny ſeufzte; ſie mogte es ſchon gemerkt haben.

Regine langte eine halbe Minute vor ihrem Bedienten beim Gitter an. Er präſentirte ihr zwei kleine Brode, doch ſtatt ſie zu nehmen, löſ'te ſie die Hutbänder, ſtammelte: Luft! und ſank beſinnungslos vor dem Bedienten nieder⸗. Sackerment! ſagte der, ſie ſtirbt vor Hunger, denn ſie hat heute und geſtern nichts gegeſſen. Er hob ſie in den Wa⸗ gen, und im geſtreckten Trabe ging es fort.

Es war, als ob die innere Aufregung ihr nicht einmal die Ruhe der Ohnmacht verſtattete. Regine erholte ſich im Wagen, vielleicht durch die Erſchütterung.Fort! Wo⸗ hin? das war der Gedanke, auf den ſie ihr ganzes geiſti⸗ ges Vermögen richtete, ſo wie ſie es in den letzten drei Ta⸗