Druckschrift 
Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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das ſoll anders werden! er ſoll mich lieben o lieben, wie ich ihn liebe!

Es war neun Uhr Abends als Regine aufſtand, ein ſchwarzes Kleid ſich geben ließ und einen ſchlichten Strohhut mit grünem Schleier, und dann befahl, daß der Kutſcher ſie wieder nach dem Lichtenſteinſchen Palais fahre. An Poly⸗ dors Wohnung vorüber rollend, bemerkte ſie mit frohem Herzklopfen Licht in ſeinem Zimmer; ſo war er denn Gott⸗ lob zu Hauſe! Wieder ſtieg ſie am Garten aus und ging umher. Ihre Leute genirten ſie fürchterlich, beſonders der Bediente, der wie eine Schildwach beim Gitter auf und ab ging. Da fiel ihr ein, daß ſie den ganzen Tag keinen Biſ⸗ ſen gegeſſen! ſie rief ihn, und befahl ihm aus irgend einem Bäckerladen ihr ein Brödchen zu bringen. Er ging. Der Kutſcher ſaß halb eingeſchlafen auf dem Bock ſie nahm den Moment wahr, und huſchte, als ob ſie Flügel an den Sohlen gehabt, leiſe und geſchwind über die Straße nach Polydors Wohnung. Unruhe, Angſt, Spannung raubten ihr faſt die Beſinnung. Als ſie die Thür des Ateliers öf⸗ nen wollte, war ſie verſchloſſen. Sie hörte aber in Poly⸗ dors Zimmer reden. O Gott, er war alſo nicht allein! Sie ließ den Schleier fallen und klopfte an die zweite Thür, doch ſo leiſe, daß es Niemand hören konnte. Da ging die Thür auf, und ein Frauenzimmer trat heraus. Regine fragte faſt unhörbar nach Polydor. Die Frau maß ſie von Kopf zu Fuß und ſagte:Der Herr iſt heute Morgen um zehn Uhr abgereiſ't; wir richten die Wohnung für anderweitige Ver⸗ miethung her.

Ein Blick in das Zimmer überzeugte Regine von der Wahrheit der Ausſage; es herrſchte darin die ganze Unord⸗