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Sie erkannten ſich. Polydor war gerettet, er bekam ein Stück Brod, das ſie von einem der andern Bettler theuer erkaufte. Ihr Bediente mußte bei ihm bleiben, ihn in ein Wirthshaus führen, die Nacht ihn bewachen, daß er nicht durch unmäßiges Eſſen ſich ſchade, für anſtändige Kleidung ſorgen, für ein Bad, für einen Arzt— wenn es nöthig ſei — ſie bedachte Alles. Am nächſten Morgen ſollte Polydor zu ihr kommen.
„Nun! den Menſchen hat ſein guter Stern hiehergeführt, ſagte im höchſten Erſtaunen einer von Ilda's Begleitern; Sie würdigen dieſen Bettler einer Aufmerkſamkeit, deren ſich We⸗ nige rühmen dürfen.“
„Soll ich einen Menſchen vor meinen Augen Hungers ſterben laſſen?“ fragte Ilda unwillig.
„Und einen ſo ſchönen Menſchen!“ ſagte der andere
Herr.
„Richtig, lieber Baron! er hat es ſeinem ſchönen, ehr⸗ lichen Geſicht zu danken, daß ich ihn in Verona bemerkte Solche treuherzige Augen müſſen jeden erfreuen.“
„Haben Sie denn ſo gar tief hineingeſchaut?“
„Tief genug um zu wiſſen, daß ich ihm helfen kann.“
„Ich bewundre nur das außerordentliche alent der Da⸗ men, die Schönheit in Lumpen zu erkennen.
„Ich habe daſſelbe Talent, nur in erhöhtem Grade, ſtets bei Männern, wenn nicht bewundert, doch gefunden.“
Dies Geſpräch war im ſcherzenden Ton geführt. Da hob der Herr, der zuerſt geſmrochen, in etwas ſchulmeiſtern⸗ dem Tone an:
„Ich muß Sie aufmerkſam machen, meine gute Gräſ* daß Ihre große enüihenlieh Sie in Gefahr bringt“.


