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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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halbnackten Menſchen ab. Allein der Wagen fuhr nach Rom, und Polydor verſuchte ſich hinten auf die Koffer zu ſchwin⸗ gen. Es gelang. Er ſaß fünf Minuten oben und dankte ſeinem Glück. Da entdeckte das wachſame Auge des Bedien⸗ ten am Schatten, den der Wagen warf, den verdächtig aus⸗ ſehenden Mitreiſenden, und er rief dem Poſtillon zu, mit ſeiner langen Peitſche einmal herumzuſchlagen. Polydor ſtieg eilig von ſeinem Sitz. Ein Landmann auf einem zweirädrigen Karren, in dem nur Ackergeräth und etwas Kraut lag, fuhr langſam hinterher, ſah wie mühſam Polhdor ſich fortſchleppte, und hieß ihn ſich auf den Karren ſetzen. Er fuhr ihn bis eine Viertelſtunde vor der porta del popolo, dann führte ihn ſein Weg in die Campagna hinein, und Polydor, etwas ausgeruht, verließ dankbar den Karren, und betrat darauf nun endlich wirklich— Rom.

Da war er! aber in welchem Zuſtand von Elend! Schuh und Strümpfe hatte er ſchon lange nicht mehr gehabt. Ueber⸗ flüßigkeiten des Anzugs, wie ein ſeidenes Halstuch, ein Paar bunte Tragbänder, waren verwendet um Nachtquartier und Zehrung zu bezahlen. In den letzten Tagen hatte er auch ſeine verblichene Jacke dafür hingegeben. So beſtand denn ſein Anzug aus zerriſſenen Hoſen, und den Fragmenten eines Hemdes und eines Hutes, die beide von ungefähr derſelben Farbe waren. Dabei war er ſo hungrig wie man iſt, wenn man in vielen Tagen keine ordentliche Mahlzeit, und in zwei⸗ mal vierundzwanzig Stunden gar keine gehalten hat.

Er fing an in Rom umher zu irren; allein er ſah mehr nach Bäckerladen, als nach Bau⸗ und Bildwerken. Schaa⸗ ren von Bettlern erblickte er überall, aber Niemand, der ih⸗ nen eine Gabe reichte. Hätte er das geſehen, ſo würde er