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trätiren war ihm theils zuwider, theils fand er nicht hier die frühere Theilnahme. Die Leute waren weniger gaſtfrei — denn er ging jezt auf der großen Landſtraße, um den nächſten Weg nicht zu verfehlen— er ſelbſt, krankhaft reiz⸗ bar und matt, war nicht ſo freundlich und traulich wie ſonſt, gefiel nicht mehr den Frauen, dieſer mitleidigen Halbſcheid des Menſchengeſchlechts. Die Anſtrengung zehrte ihm das Mark aus den Knochen, die Sonne das Blut aus den Adern. Die verſengende Atmoſphäre färbte ihn braun. Seine Züge wurden welk und ſchlaff, ſein Gang ſchleppend. Aber er ging und ging.
Einſt hob er ſein trübes Auge, und ließ es gedankenlos in der Ferne umherſchweifen. Ein runder Berg am Horizont feſſelte es. Oder war es kein Berg? zu abgezirkelt, zu re⸗ gelmäßig war die Maſſe. Er ſtrengte ſeine Sehkraft an— Gott! es war die Kuppel von St. Peter! ſo hatte man ſie ihm beſchrieben.„Rom! Rom!“ rief er und breitete ſeine Arme aus und die Thränen ſtürzten ihm aus den Augen. Nun fühlte er keine Erſchöpfung. Er ſah das erſehnte Ziel. Ach, Meilen lagen noch dazwiſchen, aber er wußte, er d fübli⸗ daß er es nun erreichen werde.
Ein alter Hirt gab ihm barmherzig einen Trunk Zie⸗ genmilch. Das war ſein einziges Nahrungsmittel für den Tag. Wenn er eine halbe Stunde gegangen war, mußte er ſich niederſetzen und ausruhen, und immer ſchwerer wurde ihm das Aufſtehen. Ein Reiſewagen kam ihm entgegen. Ein verdrießlich ausſehender junger Mann ſaß darin, und beachtete nicht die Jammergeſtalt am Wege. Ein andrer Wa⸗ gen mit zwei hübſchen blonden Frauen fuhr an ihm vor⸗ über; ſie wendeten unwillig die Köpfe von dem ſchmutzigen,


