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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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So ging er denn immer nach Süden. Manches Nacht⸗ lager, manches Mittagseſſen bezahlte er mit einem Porträt von Menſch oder Thier. Ja, hatte er des Hausvaters ſchöne, junge Frau, oder die hübſchen Kinder der Hausfrau, oder irgend eine garſtige Pantippe von Wirthin recht ſauber ge⸗ zeichnet, ſo gab: man ihm noch einen Zehrpfennig oder ein Frühſtück mit auf die Reiſe. In Schenken und auf Jahr⸗ märkten war er gern. Wenn da die Bauern und Bürger Abends beim Wein zuſammen ſaßen, ſo trat er auf mit ſei⸗ ner Kunſt, ward immer gelobt und oft bezahlt. Hatte er dann wieder eine kleine Summe beiſammen, die ihn vor Mangel ſchützte und dazu brauchte er ſehr wenig ſo arbeitete er nur, was ihm eben einfiel.

In und vor ſchönen Kirchen konnt' er tagelang ſitzen, und Alles ſo ſauber und genau er's nur vermogte nachzeich⸗ nen, oder noch lieber nachkneten. Dann kaufte er ſich Thon beim Töpfer, und formte mit geſchickter Hand Altäre, Säu⸗ lenreihen, gar Bildſäulen, oder Einzelheiten der Ausſchmük⸗ kung, die ihm wol gefielen.

Zu Verona ſaß er einſt dem wunderlichen Grabmal der della Scala gegenüber und verſuchte es nachzuzeichnen. Es wollte ihm nicht gelingen, er warf unwillig den Hut vom Kopf, ſein Auge flammte, ſeine Wangen brannten, er ſah ſehr ſchön aus. Da kamen Fremde mit ihrem Cicerone. Er bemerkte ſie nicht, aber eine junge Dame aus der Geſellſchaft bemerkte ihn, und ſtatt das Grabmal anzuſehen, ſchaute ſie ſeinem emſigen Treiben zu. Endlich redete ſie ihn deutſch an denn ſein Tyroler⸗Hut lag neben ihm richtete mehre Fragen an ihn, ermunterte ihn zum Fleiß, lobte ſeine Arbeit, beſtärkte ihn darin nach Rom zu gehen. Ach,