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mächtiger Arm den ſeinen, und ſchleuderte ihn fort, daß er die Weinbergſtiege hinabtaumelte. Apollonias Roſenwange aber, ſo eben erſt ſcheu von den Lippen der Liebe berührt, empfand die Schwere der zürnenden, väterlichen Hand, und in Polydors Ohr tönte der Schrei, den Schmerz oder Schreck dem armen Kinde abpreßte.
Sein Entſchluß war gefaßt. Der Gedanke wieder der⸗ jenigen vor Augen zu treten, die unſchuldiger Weiſe ſeinet⸗ wegen mißhandelt worden war, vertrieb ihn aus ihrer Nähe. In der Dämmerfrühe des nächſten Morgens wanderte er mit einem Bündelchen auf dem Rücken Italien zu. Da er gehört hatte, daß man einen Paß haben müſſe, um nicht als Land⸗ ſtreicher verdächtig und eingeſteckt zu werden, ſo ließ er ſich in Trident einen Paß geben, für den er einige Gulden mehr zahlte, als nöthig war— um läſtigen Fragen zu entgehen — und fühlte ſich zum erſten Mal in ſeinem Leben vollkom⸗ men frei und ſein eigener Herr. Der Geldbeutel war leer,
aber die Bruſt voll Hofnung und Muth. Bei achtzehn Jah⸗
ren iſt das genug. Zehn Jahre ſpäter iſt der gefüllte Beu⸗ tel nothwendig um Hofnung und Muth friſch zu erhalten, und abermals zehn Jahre ſpäter hat man, trotz aller Geld⸗ ſäcke der Welt, keinen Jugendmuth und keine Jugendhofnun⸗ gen mehr.
Polydor wollte nach Rom. Wie weit das war, auf welchen Wegen man dahin gelange— das wußt' er nicht. Immer nach Süden! hatte ſein Freund der Tabuletkrämer, ein geborner Römer geſagt, und ihm von der Rieſenſtatue des Kaiſer Marcus Aurel und den Roſſebändigern auf Monte Cavallo erzählt, als Polhdoy ihm ein liegendes und ein ga⸗ loppirendes Pferd, beide. in Thon geknetet, vorzeigte.


